Eine poetisch-musikalische Reise begeistert Borgholz
Sandmeere – Himmelsfeuer
Die Premiere der „poetisch-musikalischen Reise durch die Wüste zum Ich“ mit Jutta Seifert und Aeham Ahmad in unserer Synagoge fand großen Anklang. Die außergewöhnliche Darbietung zog das Publikum in ihren Bann und entführte es in eine märchenhafte Welt.
Kunstvolle Verbindung von Literatur und Musik
Jutta Seifert verbindet Literatur und Musik auf einzigartige Weise. Als Hörbuchsprecherin und Preisträgerin des internationalen Heinrich-Heine-Rezitationswettbewerbs ist sie eine Meisterin der gesprochenen Kunst. An ihrer Seite stand Aeham Ahmad, der „Pianist in den Trümmern“. Der syrische Musiker wurde durch seine bewegenden Konzerte in den Kriegsruinen seines Heimatlandes weltberühmt. Seit seiner Auszeichnung mit dem Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte im Jahr 2015 ist er weltweit gefragt.
Eine besondere Atmosphäre in historischer Kulisse
Die Veranstaltung fand in einer mit über 80 Besuchern mehr als gut gefüllten Synagoge statt, sodass einige Besucher keinen Sitzplatz mehr fanden. Franz-Josef Wegener, Ortsvorsteher von Borgholz, begrüßte die Gäste, während Rainer Mues vom „Borgholzer Altvorderen Team“ auf die historische Bedeutung des Veranstaltungsortes hinwies. Die Synagoge wurde bewusst spartanisch restauriert, um die „Verwüstung“ der Vergangenheit sichtbar zu halten und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Eine Reise durch die Wüste – und zum Ich
Im Zentrum des Abends stand die Frage: „Mein Ich, wer bist du?“. Die literarische Reise basierte auf den Erlebnissen zweier außergewöhnlicher Frauen: Isabelle Eberhardt (1877–1904), die als schweizerisch-französische Schriftstellerin in Männerkleidung durch die Sahara zog, und Harriet Straub (1872–1945), die als erste Ärztin in der algerischen Sahara wirkte. Ihre Aufzeichnungen und arabische Poesie verschmolzen zu einer Erzählung, die Orient und Okzident vereinte, religiöse Dogmen hinterfragte und dennoch in spiritueller Erleuchtung mündete.
Ein Abend voller Magie
Die intensive Atmosphäre ließ die Zuhörer gebannt den eindringlichen und poetischen Texten sowie den exotischen Klängen lauschen. Aufgrund der hohen Besucherzahl erinnerten die Temperaturen in der Synagoge an die Wüstenhitze – ein passendes Sinnbild für das Thema des Abends. Am Ende gab es anhaltenden begeisterten Beifall.
Neben der beeindruckenden Darbietung zeigten einige Besucher auch starkes Interesse an der Geschichte und Architektur der Synagoge. Dr. Knoblauch-Flach, einer der begeisterten Besucher, lobte das Engagement der Organisatoren: „Es ist toll, was hier in Borgholz aufgebaut wird.“
Die Künstler, die zuvor bereits in Koblenz, Mönchengladbach und Wiesbaden auftraten, hinterließen in Borgholz einen bleibenden Eindruck. Ihre Kunst, Worte und Musik zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis zu vereinen, wird dem Publikum noch lange in Erinnerung bleiben.