Ausstellungeröffnung in der Synagoge
Im Rahmen einer kleinen Feier in der ehemaligen Synagoge ist am Samstag die Ausstellung zum 350-jährigen Bestehen der Lobeprozession zur Klus Eddessen eröffnet worden. Zahlreiche Besucher, überwiegend aus Borgholz, nutzten die Gelegenheit, sich über die Geschichte und die Bedeutung dieser besonderen Tradition zu informieren.
Unter dem Titel „Es ist Klustag – 350 Jahre Lobeprozession zur Klus Eddessen“ zeichnet die Ausstellung die Entwicklung der Prozession von ihren Anfängen bis in die Gegenwart nach. Historische Dokumente, Fotografien und Erinnerungsstücke lassen die Geschichte des Gelübdes und die damit verbundenen Erlebnisse vieler Generationen lebendig werden.
Durch die Eröffnung führte Dorothee Gievers-Heinrich, die in die Ausstellung einführte und ausgewählte Exponate vorstellte.
Auch Kinder und Jugendliche aus Borgholz haben sich mit dem Jubiläum beschäftigt. Unter dem Thema „Gemeinschaft“ setzten sie sich kreativ mit der Frage auseinander, was Gemeinschaft bedeutet und welche Verbindung zur Lobeprozession besteht. Annerose Weber stellte die entstandenen Arbeiten und die Ideen dahinter vor. So wird eine Verbindung zwischen der Lebenswelt der jungen Generation und dem gemeinsamen Gelübde geschaffen, das die Menschen in Borgholz seit 350 Jahren verbindet.
Ein besonderer Blickfang ist ein Aufsatzheft der damals zwölfjährigen Anna Micus aus dem Jahr 1908. Darin beschreibt sie die Lobeprozession und die nach Borgholz kommenden Kostgänger und vermittelt damit einen anschaulichen Eindruck von der damaligen Bedeutung des Prozessionsgeschehens.
Bürgermeister Nikolas Aisch und Ortsvorsteher Harald Brechtken würdigten in ihren Grußworten das Engagement aller Beteiligten und dankten insbesondere dem Freundeskreis für seinen Einsatz zur Bewahrung der Geschichte und örtlicher Traditionen.
Dass die Ausstellung auch persönliche Erinnerungen weckt, zeigte die Reaktion des früheren Bürgermeisters Bernhard Temme: „Bei Betrachtung der Fotos wurden doch wieder viele Erinnerungen wach.“ Damit wurde deutlich, wie eng die Lobeprozession mit den persönlichen Erlebnissen und der Geschichte vieler Borgholzer verbunden ist.
Die Ausstellung zeigt damit nicht nur ein Stück Vergangenheit. Sie macht deutlich, dass die Lobeprozession auch nach 350 Jahren ein lebendiger Bestandteil des Gemeinschaftslebens in Borgholz ist und von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Die Ausstellung ist bis zum 11. Oktober 2026 jeweils Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

