Museum „Dorfgeschichte“
Das Dorfmuseum Borgholz – Ein Ort gelebter Dorfgeschichte
Das Dorfmuseum Borgholz war über viele Jahre hinweg ein bedeutender Ort zur Bewahrung der regionalen Geschichte und landwirtschaftlichen Traditionen. Seine Wurzeln reichen zurück in das Jahr 1994, als auf Initiative von August Gievers aus Natingen der Verein „Die Dreschflegel – Freunde alter Landmaschinen und Traktoren“ gegründet wurde. Ziel des Vereins war die Pflege und Erhaltung historischer Landmaschinen, alter Ernteverfahren und bäuerlicher Bräuche.
Schon kurz nach der Gründung begannen die Vereinsmitglieder mit der Sammlung und Restaurierung historischer Geräte. Unter der langjährigen Leitung von August Gievers entstand daraus ab 2001 das Dorfmuseum am Bahnhof in Borgholz. Mit viel Engagement wurden landwirtschaftliche Maschinen, Werkzeuge und zahlreiche Gegenstände des ländlichen Alltags zusammengetragen und ausgestellt.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Museum zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Besucher konnten nicht nur historische Landtechnik besichtigen, sondern auch liebevoll gestaltete Szenen aus dem früheren Dorfleben entdecken. Dazu gehörten unter anderem eine historische Küche, Geräte zur Käseherstellung, Utensilien des Hausschlachters sowie zahlreiche Exponate aus Landwirtschaft und Handwerk. Besonders beeindruckend war die Dampfmaschine von 1894, die 1999 aus den USA nach Borgholz gelangte und zu den ältesten Ausstellungsstücken zählte.
Von Mai bis Oktober öffnete das Museum regelmäßig seine Türen für Besucher und Gruppen. Darüber hinaus sorgten zahlreiche Veranstaltungen für große Bekanntheit über die Region hinaus. Höhepunkte waren die Dreschtage, Traktorentreffen und insbesondere der jährliche Erntedankmarkt. Dieser stand jedes Jahr unter einem anderen landwirtschaftlichen Thema wie Milch, Kartoffeln, Äpfeln, Korn oder Fleisch und zog zahlreiche Gäste an.
Nach August Gievers führten verschiedene Vorsitzende die Vereinsarbeit fort. Von 2013 an stand Friedhelm Pape an der Spitze des Vereins. Unterstützt wurde er von langjährigen Vorstandsmitgliedern wie Ulrich Schlothane, Klaus Lange, Willi Ostermann und vielen weiteren engagierten Vereinsmitgliedern.
Ende des Jahres 2023 geriet das Museum jedoch in eine schwierige Situation. Nachdem der Mietvertrag für die Ausstellungshalle gekündigt worden war, musste das Museum bis Juli 2024 geräumt werden. Gleichzeitig kam es zu personellen Veränderungen im Vorstand. Dennoch gelang es den Verantwortlichen, den Verein handlungsfähig zu halten und die Zukunft der „Dreschflegel“ neu zu organisieren.
Mit der Räumung des Museums endete zwar ein bedeutendes Kapitel der Borgholzer Dorfgeschichte, doch die Erinnerungen und das Engagement der Vereinsmitglieder bleiben erhalten. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg hat das Dorfmuseum die Geschichte des ländlichen Lebens bewahrt, dokumentiert und für zahlreiche Besucher erlebbar gemacht. Damit bleibt es ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Erinnerung Borgholz‘ und der gesamten Region.



