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Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ macht Station in Borgholz

Vortrag, historische Führung und Konzert am 5. Juli – Eintritt frei

Die ehemalige Synagoge Borgholz ist erneut einer der Veranstaltungsorte des landesweiten Festivals „Musik & Kultur der Synagoge“. Das inzwischen zum sechsten Mal stattfindende Festival bringt von Mai bis September die Vielfalt jüdischer Musik, Geschichte und Kultur in westfälische Synagogen und Erinnerungsorte. Besucherinnen und Besucher erwartet am Sonntag, 5. Juli, ein abwechslungsreicher Nachmittag mit Vortrag, Führung und Konzert.

Den Auftakt bildet um 14:00 Uhr in der ehemaligen Synagoge Borgholz der Vortrag „Rolf Abrahamsohn – (ein) deutschjüdisches Leben im 20. Jahrhundert“. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Jüdischen Museums Westfalen, Ayleen Winkler, schildert den bewegenden Lebensweg des Holocaust-Überlebenden Rolf Abrahamsohn. Sein Schicksal steht beispielhaft für die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland – vom selbstverständlichen Miteinander über die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung bis zum Neubeginn nach 1945.

Um 15:30 Uhr lädt der Freundeskreis Synagoge Borgholz zu einer Führung „Auf jüdischen Spuren in Borgholz“ ein. Die Teilnehmer erhalten Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Synagoge und besuchen anschließend den jüdischen Friedhof. Die jüdische Gemeinde ist in Borgholz bereits seit 1622 nachweisbar. Die heutige Fachwerk-Synagoge entstand nach dem Stadtbrand von 1836 an der Stelle eines älteren Bethauses. Auf dem außerhalb des Ortes gelegenen jüdischen Friedhof erinnern noch 54 erhaltene Grabsteine an mehrere Jahrhunderte jüdischen Lebens.

Den musikalischen Höhepunkt bildet um 17:00 Uhr das Konzert „Lieder der Synagoge“ in der katholischen Pfarrkirche St. Marien. Das Münsteraner Ensemble „mendels töchter“ und der Frauenchor BellaDonna aus Gronau unter der Leitung von Marion Röber präsentieren liturgische Kompositionen des deutsch-amerikanischen Kantors Erich Mendel (Eric Mandell), der 1939 aus Deutschland emigrieren musste. Die Werke wurden eigens für dieses Festival neu arrangiert.

Das Festival wurde 2008 von der Evangelischen Stadtakademie Bochum ins Leben gerufen und verbindet Musik, Geschichte und Begegnung. Festivalleiter Dr. Manfred Keller möchte mit den Veranstaltungen die Freude an der jüdischen Kultur vermitteln und zugleich einen Beitrag zu Erinnerung, Dialog und Verständigung leisten.

Der Freundeskreis Synagoge Borgholz freut sich, dass Borgholz erneut Teil dieses besonderen Kulturfestivals ist und Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region willkommen heißen darf.

Veranstaltungsübersicht

Sonntag, 5. Juli 2026

14:00 Uhr
Vortrag: „Rolf Abrahamsohn – (ein) deutschjüdisches Leben im 20. Jahrhundert“
Ehemalige Synagoge Borgholz, Kleine Straße 8

15:30 Uhr
Führung: „Auf jüdischen Spuren in Borgholz“
Ehemalige Synagoge und jüdischer Friedhof

17:00 Uhr
Konzert: „Lieder der Synagoge“
Katholische Pfarrkirche St. Marien Borgholz

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Zur Deckung der Veranstaltungskosten wird um eine Kollekte gebeten.

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